Die Revision des Internationalen Einheitensystems

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Die Generalkonferenz für Mass und Gewicht hat am 16. November 2018 eine grundlegende Revision des Internationalen Einheitensystems SI beschlossen. Neu legt ein Satz von sieben Konstanten mit festgelegten Werten das System vollständig fest und bildet die Definitionsgrundlage für die Einheiten.

 

Durch die Revision wird unter anderem nach über hundertjährigem Einsatz das letzte Artefakt im SI, das Urkilogramm, aus dem Dienst entlassen und durch eine auf Naturkonstanten abgestützte Masseeinheit ersetzt. Aber auch das Kelvin, das Ampere und das Mol werden anhand von Konstanten definiert. Dadurch ist es in Zukunft nicht mehr nötig, zwischen Basis- und abgeleiteten Einheiten zu unterscheiden.

Das System selbst ist nicht nach streng wissenschaftlichen Kriterien entstanden, sondern ein Konstrukt von praktischen Erwägungen wie auch von historischen Rahmenbedingungen. Dessen Einheiten jedoch werden mittels hoch technisierten Standards und nach genauen physikalischen Gesetzmässigkeiten realisiert.

Das revidierte SI gewährleistet die Rückwärtskompatibilität. Zusätzlich wird es dank den Änderungen künftig möglich sein, konsistentere, zuverlässigere und genauere Messresultate zu erzielen und dadurch neue wissenschaftliche Entdeckungen und Innovationen zu ermöglichen. Dennoch wird die Änderung keine unmittelbaren Auswirkungen auf das tägliche Leben haben.

Das revidierte SI ist ausserdem so ausgelegt, dass bessere Realisierungen der Einheiten im Lauf der Zeit ermöglicht werden, ohne dass dies explizit vom System vorgegeben wird.

Damit steht das SI langfristig auf einer soliden Basis und bleibt weltweit das Fundament für Messungen mit einer Genauigkeit, wie sie von Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft benötigt wird.

Sondernummer zur Revision des SI

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nach oben Letzte Änderung 06.12.2018

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