Masseinheiten dienen zur Bestimmung des Wertes
physikalischer Grössen. Ein Einheitensystem ist ein Satz von Regeln, der die
Masseinheiten der in Naturwissenschaft und Technik verwendeten Grössen
widerspruchsfrei festlegt. Das heute weltweit angewandte Einheitensystem ist das
Internationale Einheitensystem, auf Französisch Système
International d'Unités (SI). Es wurde von der 11. Generalkonferenz für Mass und Gewicht (CGPM) 1960 eingeführt. In der Folge löste das SI eine Reihe verschiedener Einheitensysteme ab, die vor allem in den Naturwissenschaften Verwendung fanden. Damit wurden komplizierte Umrechnungen zwischen verschiedenen Einheiten überflüssig. Im Internationalen Einheitensystem unterscheidet man zwei Klassen von Einheiten: die Basiseinheiten und die abgeleiteten Einheiten. Die Basiseinheiten sind:
Die abgeleiteten Einheiten werden aus den Basiseinheiten durch die gleichen
algebraischen Beziehungen gebildet, wie sie aufgrund der Naturgesetze für die
entsprechenden Grössen gelten. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist dabei die
Kohärenz, das heisst die Eigenschaft, abgeleitete Einheiten durch Multiplikation
und Division von Basiseinheiten zu bilden, ohne weitere Zahlenfaktoren zu
verwenden.
Eine wichtige Forderung an die Basiseinheiten ist ihre Unabhängigkeit von Raum und Zeit, das heisst, sie sollten jederzeit in irgend einem Laboratorium mit der gleichen Genauigkeit reproduziert werden können. Zur Erfüllung dieser Forderung wurden die Definitionen schon mehrmals geändert. Sie basieren heute, mit Ausnahme des Kilogramms, nicht mehr auf Massverkörperungen, sondern auf konstanten Eigenschaften der Natur, die in besonderen Experimenten jederzeit und überall nutzbar gemacht werden können.
Die Schweiz hat das Internationale Einheitensystem auf den 1. Januar 1978 eingeführt. Die gesetzlichen Bestimmungen über
seine Anwendung sind im Bundesgesetz über das Messwesen und in der Einheiten-Verordnung geregelt.