Das Kelvin
Das Kelvin (K) ist der 273.16te Teil der thermodynamischen Temperatur des Tripelpunktes von Wasser.
Der Tripelpunkt von Wasser ist der einzige thermodynamische Zustand, bei dem die drei Phasen Wasserdampf, Wasser und Eis im Gleichgewicht koexistieren. Solange alle drei Phasen vorhanden sind, bleiben Temperatur und Druck konstant und sind unabhängig von den Mengen der einzelnen Phasen. Der Tripelpunkt des Wassers und der naturgegebene absolute Nullpunkt definieren die thermodynamische Temperaturskala.
Die praktische Realisierung der Temperaturskala erfolgt in der Regel mit einer Reihe hoch stabiler Temperaturfixpunkte, deren thermodynamische Temperaturwerte mittels Primärthermometern, z. B. Gasthermometern, ermittelt wurden. Die Temperaturwerte dieser Fixpunkte und die Interpolationsverfahren dazwischen wurden danach per Konvention international festgelegt. Sie bilden die Internationale Temperaturskala von 1990 (ITS-90).
Die thermometrische Basis am METAS besteht aus rund 30 Temperaturfixpunktzellen, die den Bereich von -189 °C bis 961 °C redundant abdecken. Mit Hilfe dieser Zellen können mit Quarzglas gemantelte Normal-Widerstandsthermometer mit einer Drahtspirale aus hoch reinem Platin kalibriert werden. Die Normal-Widerstandsthermometer können gemäss ITS-90 als Interpolationsinstrumente für Kalibrierungen zwischen den Fixpunkten verwendet werden.

