Das Ampere
Das Ampere (A) ist die Stärke eines zeitlich unveränderlichen elektrischen Stromes, der - durch zwei im Vakuum parallel im Abstand 1 Meter voneinander angeordnete, geradlinige, unendlich lange Leiter von vernachlässigbar kleinem, kreisförmigem Querschnitt fliessend - zwischen diesen Leitern je 1 Meter Leiterlänge die Kraft 2·10-7 Newton hervorrufen würde.
Die heute gültige Definition des Amperes wurde bereits 1946 vom Comité International des Poids et Mesures (CIPM) vorgeschlagen und - zusammen mit den übrigen, damals als "absolute Einheiten" bezeichneten elektrischen Einheiten - international 1948 angenommen. Als "absolut" wurden sie deshalb bezeichnet, weil damit auf materialunabhängige Weise nach rein theoretischen Überlegungen einzig die Grösse der elektrischen Einheiten festgelegt werden sollte, nicht aber der praktische Weg ihrer Realisierung. So ist die Definition des Amperes nicht für die praktische Realisierung der Stromeinheit geeignet; sie legt einzig den Wert der magnetischen Feldkonstante µ0 fest. Berechnet man nämlich mit Hilfe des amperschen Gesetzes die Kraft zwischen zwei geraden, parallelen Leitern im Abstand von einem Meter und setzt die Werte der Amperedefinition ein, folgt

F/l: Kraft pro Meter Leiterlänge; I: Stromstärke; d: Abstand der Leiter
Die Definition des Amperes dient, wie die Definition des Meters, einzig der Festlegung einer Fundamentalkonstante. Mit der Festlegung von µ0 und der Lichtgeschwindigkeit c (siehe Meterdefinition) ist auch die elektrische Feldkonstante ε0 festgelegt. Mit der Kenntnis dieser Werte und den bekannten Gesetzen der Physik bieten sich viele Möglichkeiten, Absolutwerte elektrischer Grössen für Kalibrierzwecke zu realisieren. In vielen staatlichen Metrologielaboratorien geschieht dies heute mit Hilfe von Quanteneffekten.

