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Geschichtliches

  Die kommunale und kantonale Hoheit über Mass und Gewicht wurde um 1800 während der Helvetischen Republik durch Frankreich und Prof. J. G. Tralles massgeblich beeinflusst. Erst 30 Jahre später schlossen 12 Kantone ein freiwilliges Konkordat.

Die Zeichnung dieses Dokuments stellt eine romantische und patriotische Allegorie der Helvetia dar: umgeben von Wilhelm Tell und Arnold von Winkelried, der sich gemäss mythologischer Geschichtsschreibung 1386 in der Schlacht von Sempach gegen die Truppen Leopolds von Österreich opferte. (Bild: CH-Chronik, Reise in die Zeit, 1998)

  Auf Bundesebene wurden Kompetenzen erst 1848 mit der Gründung des Bundesstaates geschaffen, jedoch ohne genügende Organe und Mittel um das Mass- und Gewichtssystem ordnen zu können. Die Mass- und Gewichtsinspektion (Prof. H. Wild) und die Gründung der Eidgenössischen Eichstätte 1862 brachten spürbare Verbesserungen.
 

1874 folgten der noch heute gültige Vefassungsartikel über Mass und Gewicht, ein Ausführungsgesetz und 1875 die Meterkonvention. Als Gründungsmitglied der Meterkonvention erhielt die Schweiz 1889 die neuen Urmasse, ein Meterstab aus Platin-Iridium und ein Kilogramm aus Platin. Wesentliche, von der Industrie gewünschte Fortschritte waren erst 1906 nach den Arbeiten einer Fachkommission möglich.

 

Mit der Neufassung des Bundesgesetzes über Mass und Gewicht im Jahr 1909 wurde die Eidgenössische Eichstätte zum Eidgenössischen Amt für Mass und Gewicht (AMG). Bereits fünf Jahre später wurde ein eigenes Gebäude an der Wildstrasse in Bern bezogen. Mit einem Personalbestand von zwölf  Personen nahm das AMG bis 1950 zwar die Vielzahl an Eich- und Prüfaufgaben, jedoch kaum metrologische Grundlagenaufgaben wahr.

  

  Im Jahre 1955 erfolgte der Beitritt der Schweiz zur Organisation Internationale de Métrologie Légale (OIML), welche die Harmonisierung von gesetzlichen Anforderungen an die Messmittel zum Ziel hat.
  Die Revision des Bundesgesetzes über Mass und Gewicht brachte 1954/58 eine Erweiterung des Aufgabenbereiches. Überprüfungen des Personal- und Raumbedarfs führten bis 1967, das heisst innerhalb von nur 17 Jahren, zu einer Vervierfachung des Bestandes auf 54 Personen und zu einer Verlegung des Amtes in einen neuen Gebäudekomplex im Berner Vorort Wabern.
  Im April 1966 hob ein russischer Riesenhelikopter den fünf Tonnen schweren Dachträger auf den Turm der Neubauten in Wabern.
  1977 wurde durch den Erlass eines neuen Bundesgesetzes über das Messwesen aus dem Amt für Mass und Gewicht das Eidgenössische Amt für Messwesen (EAM), dessen Aufgaben wesentlich weiter gefasst wurden als bisher. Der nun folgende Ausbau der metrologischen Grundlagen sowie die rasante Entwicklung in allen Messmittel-Bereichen bewirkten bedeutende und sichtbare Veränderungen. Dazu trugen auch die Gründung des Schweizerischen Kalibrierdienstes (SCS) 1986 und der Schweizerischen Akkreditierungsstelle (SAS) 1991 sowie die intensivierte europäische Zusammenarbeit bei. Veränderungen gab es auch für die kantonalen Eichmeister, für die ein neues Ausbildungskonzept und eine höhere, eidgenössisch anerkannte Fachprüfung geschaffen wurde.

 

Die Eröffnung der Erweiterungsbauten im Mai 2001 schloss eine achtjährige Planungs-, Projektierungs- und Bauphase erfolgreich ab. Die Erweiterungsbauten vergrössern die Nutzfläche der bestehenden Gebäude aus den Sechzigerjahren wesentlich. Die Kosten belaufen sich auf 54.4 Millionen Franken.