Ende Sommerzeit
Eine Stunde mehr Sonntag!
3003 Bern-Wabern, 23. Oktober 2007. Der letzte Sonntag im Oktober hat's in sich: Wegen der Zeitumstellung von Sommer- auf Normalzeit dauert er 25 Stunden. Um 3:00 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) wird die Zeit auf 2:00 Uhr mitteleuropäische Zeit (MEZ) zurückgestellt.
Die am 25. März übersprungene Stunde wird am Sonntag, 28. Oktober zurückerstattet. Während der kommenden fünf Monate gilt in der Schweiz wieder die mitteleuropäische Zeit.
2008 wird die Sommerzeit vom 30. März bis 26. Oktober dauern. Dies teilt das Bundesamt für Metrologie (METAS) mit, das unter anderem für die Realisierung und den internationalen Abgleich der offiziellen Schweizer Zeit sowie ihre Verbreitung zuständig ist.
Zeitvergleich über Satellit
50 Institute auf der
ganzen Welt, darunter METAS, übermitteln die Daten ihrer insgesamt 250 Atomuhren
periodisch ans Internationale Büro für Mass und Gewicht in Paris, das daraus die
koordinierte Weltzeit (UTC) ermittelt. Die gesetzlich gültige Zeit basiert in
vielen Ländern, so auch in der Schweiz, auf dieser koordinierten Weltzeit.
Um die koordinierte Weltzeit zu ermitteln, ist es
nötig, die nationalen Zeitskalen bzw. die Frequenzen von weit entfernten
Atomuhren miteinander zu vergleichen. Zu diesem Zweck hat das METAS einen
Zweiweg-Zeit- und Frequenzvergleich über geostationäre Satelliten eingerichtet.
Kürzlich durchgeführte Kalibriermessungen mit Partnerstationen an der
Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig und der Technischen
Universität in Graz haben ergeben, dass METAS die schweizerische Zeitskala
UTC(CH) mit einer Genauigkeit von 1.5 Nanosekunden (Milliardstelsekunden) an die
koordinierte Weltzeit UTC anbinden kann.
Zeit- und
Frequenzvergleiche auf höchst stabilem Niveau durchführen zu können, eröffnet
neue Perspektiven. Dies gilt speziell auch im Hinblick auf die beiden genausten
Atomuhren unseres Landes FOCS-1 und FOCS-2, die seit kurzem am METAS betrieben
werden. Genaue Zeit- und Frequenzmessungen werden immer wichtiger: Je genauer
die Frequenzen realisiert werden können, desto genauer funktionieren
Satelliten-Navigationssysteme wie das amerikanische Global Positioning System
(GPS) oder das künftige europäische System Galileo. Aber auch die
Telekommunikation und die Astronomie profitieren von dieser Entwicklung. Mit
FOCS-1 und FOCS-2 des METAS wird das Uhrenland Schweiz wieder zu den in der
Zeit- und Frequenzmessung führenden Ländern aufschliessen
können.
Kontakt
Dr. Gregor
Dudle, Laborleiter Zeit und Frequenz, Bundesamt für Metrologie METAS,
Lindenweg 50, 3003 Bern-Wabern, Tel. +41 31 32 33
298.
